Need4Speedthe speed company

Das Rennen von Le Touquet

11. April 2010 von
Das Rennen von Le Touquet Zethofer

Fenek und der Mega-Event seines bisherigen Lebens.

Vor einigen Wochen war ich mit 2 Freunden in Mantua trainieren. Andrea Bartolini hat die Bahn eingeweiht, sie war komplett neu hergerichtet; ein sehr langer Kurs vorwiegend sandig. Leider hat die dunkle Seite der Macht zugeschlagen, in unserem Wohnwagen wurde eingebrochen, man hat mir sämtliche Dokumente gestohlen, die Mopeds waren schon 100 Meter weiter zur Abholung bereit. Zum Glück wurde das Böse gestört, der Schaden war somit begrenzt da der Bock noch da war. Das ich mehr Hindernis als aktiver Mitmischer war wurde mir dort so richtig demonstriert. Andererseits, wer trainiert schon Anfang Feber im Ausland? Richtig, WM-Fahrer und Meisterschaftsfahrer aus aller Herren Länder. Niveau?

Am Table konnte ich die Preispickerl vom Motorschutz der Sportsfreunde runterlesen, und die waren auf der Unterseite angebracht. Blutwurst. Mein Mechaniker hat mir die 250er hergerichtet da die Kopfdichtung nicht mehr ihrem Namen gerecht wurde und den Vergaser eingestellt. Eine kleine Probefahrt hat mir die Augen ins Hirn gedrückt weil der Bock so anreißt das ich permanent nicht weiß wie ich oben bleiben soll. Na ja, und letzte Woche Do ging es dann 1.500 km Richtung Calais, mit Bus und Wohnwagen und Mechaniker, der gerade frisch getrennt von seinem Mädel sogar bereit gewesen wäre, bis an den Lac Rose in Dakar mitzufahren.

Am Freitag Mittag angekommen versuchten wir gleich unsere Gerätschaft zur technischen Abnahme zu bringen obwohl unser Termin erst für Samstag vorgemerkt war. Gerätschaft? 1x TM 125, 1xRM 250 und meine YZ 250. Leider haben uns Hubert und seine Mannen nicht erhört, nach 3 Stunden Anstellen wurden wir auf Samstag verwiesen. Kann man halt auch nix machen. Peter (TM) hatte seine Startnummer leider nicht erhalten und so kämpften wir vorerst verzweifelt um Freigabe Seitens A.S.O für ihn. Aline aus unserer Firma hat uns da sehr gut helfen können, die Franzosen sind und bleiben halt Chauvis.

Wurst, am Samstag, 6.45 Uhr Anstellen,. um 10.30 war das Procedere beendet. Startnummer war angebracht, der Rahmen markiert, der Helm ebenso und die offizielle Teilnahme wurde von der Organisation mittels diverser Formulare (Laufzettel) bestätigt. Vielen Dank hier an die OSK die es nicht geschafft hat die offizielle Teilnehmerliste der A.S.O zugänglich zu machen. Ein Beschwerdebrief meinerseits folgt, denn ich zahle keine 100 Euro dafür das ich dann wie ein Depperl dort stehe und den Herrschaften erkläre, das meine FIM Lizenz und meine Int. Tageslizenz gültig sind.

Wurst, um 10.30 Uhr habe ich einen Stempel erhalten der besagt, das ich ab sofort 15 Min. Zeit habe um meine Gurke im Parc fermé abzugeben. Habe den glatten Kilometer inklusive Lulupause in 3 Minuten geschafft, leider ist mir kurz davor der Sprit ausgegangen, warum? Naja, habvergessen den "Hahn" aufzudrehen. Wurscht, Moped abgestellt, mit Nummer 338 war ich ganz vorne in derAufstellung. Habe den Hobel noch mal kurz gestreichelt und ihn dann seinen ca. 1.100 Artgenossen überlassen. Nach einem netten Nachmittag bei ca. 7 gemessenen Windstärken habe ich das Quad-Rennen verfolgt. Dann Abendessen und früh in die Heija, man will ja fit sein.

Um 11 Uhr sind wir dann ca. 4 Km ins Parc Fermé gestapft, die Leute haben uns angefeuert, in der dortigen Gazette waren sämtliche Startnummern und Namen abgedruckt, es war ein wirklich tolles Gefühl dauernd Gregooor (mein richtiger Name!) zu hören und irgendwelche unverständlichen Anfeuerungen die vielleicht auch gar keine waren....... Um 13 Uhr war Start, wir haben über eine Stunde am Moped sitzend aufs grüne Licht gewartet, Dramen spielten sich ab: Mitten in der Warteschlange haben sich die Fahrer gegenseitig halb angepisst und noch ein Schnellservice eingelegt, es war wie vor der Matura mit dem Wissen, in Mathe einen Zusatz zu haben, also grauenvoll. Ich war aber ganz ruhig, Erzberg sei dank hab ich dort die Blutschwitzerei abgelegt.

13 Uhr, Start, eine dunkelblaue Wolke aus Castrol, elf und Agip 2-Takt Gemisch legte sich über die Stadt, wir fuhren los. Es ging durch die Stadt, jeder versuchte nach vor zu kommen, es kam zu Stürzen, und vielen unschönen Aktion aus denen ich mich herausgehalten habe da ich selbst meine Ellbogen verwendete, sie waren ja geschützt.:))))) Dann, kurz vorm Strand das erste Kriterium, eine enge Einfahrt auf die ca. 6 km lange Strandgerade. Wieder Rangeln und Stauen. Dann endlich der Atlantik. Vorbei am Westwall der ab und zu noch sichtbar ist, einfach Vollgas. Zwar haben wir das Gemisch aufgefettet 1:33 jedoch ist die Angst eines Reibers da, daher immer wieder kurz vom Gas, zum Motorschmieren. Dann Le Goulet oder auch Holeshot genannt. Eine steile Auffahrt in der nur einer durchkommt. Stau, ich stelle mich mittig an und von dort an beginnend vergehen zwei meiner anstrengendsten Stunden meines Lebens: Ich laufe auf zwei versenkte KTMs auf, nur mehr das Vorderrad war sichtbar, nach geschätzten 20 Minuten Tumult, Rangelei und Abgasdunst komme ich oben an, die YZ läuft brav, ich bin es ja auch zu ihr. Nach ein paar Metern geht mir für ein paar Sekunden das Licht aus, ich merke, mein Kreislauf verlässt mich, schnell trinke ich wasser, ich bekomme keine Luft und meine Zähne fühlen sich ölig an. Ich mache 5 Minuten Pause um wieder zu Kräften zu kommen.

Dann fahre ich los, eine 5 m Breite Rinne durch Zäune begrenzt, tiefer, schwerer Sand. Fühle mich wie ein Rodeo-Reiter und, nach einigen hundert Metern ein Abwurf. Neben mir fetzen die YZ, WR, CR, und wie sie alle heißen vorbei. Ich habe Angst getroffen zu werden. Schnell kicke ich den Hobel an und fahre weiter. Dann versucht mich ein Gallier an einem Anleger außen zu überholen, ich wollte mich anlegen. Tusch. Wieder gehe ich zu boden. Der Gallier merkt plötzlich das seine Kupplungshebel-Aufnahme durch den Anprall gebrochen ist und wird ein wenig ungehalten. Schnell kicke ich an und fahre einige Meter außer Reichweite damit ich eventuell nicht Bekanntschaft mit einem AlpineStar Tech 8 mache. Ein paar Kurven weiter merke ich wie mich die Kraft im rechten Arm verlässt, eine Brustmuskelzerrung aus Mantua wird wieder akut. Kaum zu Ende gedacht....Abstieg übern Lenker. Ein Zuschauer hilft mir den Bock aufzurichten.

Ich mache Pause denn irgendwie hat sich klein Gregor alles ganz anders vorgestellt. Zehn Minuten warte ich, dann zwei Zupfer und der Bock läuft. Meine Brust schmerzt und im lauwarmen Tempo mit leichten Fußerln Hantel ich mich von Gefahrenzone zu Gefahrenzone, die Streckenposten waren bei mir nicht arbeitslos. Inzwischen überholt mich Arnaud Demsteer schon ca. zum 3. oder 4 mal, wie einen Trabi in Hockenheim. Dann, nach mir endlos scheinenden Kilometern wieder ein Nadelöhr mit hunderten Leuten. Ca. 15 Minuten warte ich ob ich oder ob ich nicht. Eine Runde war mein Ziel und das galt es auch zu erreichen. Nach ca. 30 Minuten Sandschlacht und Abgas-Vergiftung habe ich es geschafft, wieder bin ich total benebelt. Ich mache eine Pause und schließe mich mit einem XR650 Fahrer zusammen, gemeinsam sind wir wie Siegfried und Roy am Wegrand im Tiefsand herumgegurkt. Die Tiger waren die Zuschauer.

Plötzlich ein lautes Rattern, Demesteer die 5. Dann sehe ich wieder den Strand, die Dünenpassage ist hinter mir. Der XR Fahrer und ich trennen uns. Da sehe ich meinen Freund Gerald vorbeiziehen. Wie ein Weltmeister. Leider hat sich erst im Nachhinein herausgestellt das er vor lauter Wut weil sein Bock 20 Minuten nicht angesprungen ist alles dem Moped heimzahlen wollte und für ein paar hundert Meter angeraucht hat. Am Strand versuchte ich vor tausender Zuschauern einen halbwegs passablen Eindruck zu hinterlassen. Leider hatte ich keine Kraft mehr, somit war ich so was wie Eddy Edwards bei den Skispringern. Zum Glück wusste keiner das ich schon tausende Sahara-Kilometer am Buckel hatte sonst hätte man mich gelyncht. Nach einem Sprunghügel sah ich Gerald plötzlich gegen die Fahrtrichtung stehend, das Gesicht glühte. Geisterfahrer? Nein, Überschlag und keine Kraft mehr. Gemeinsam haben wir den Bock umgedreht, und ich habe für ihn gestartet. Eine kurze Recherche ergab, wir sind beide noch in der ersten Runde und fertig wie ein Schnitzel. Schnell durchs Ziel, den Transponder sekundenlang an den Empfänger haltend passierte ich die Linie, nicht das mir die Elektronik auch noch einen Strich durch die Rechnung macht. Nach ein paar hundert Metern kam dann der Abzweige ins Fahrerlager, seit 15 Minuten giest es in Strömen. Dort angekommen nahm ich den Helm ab und war am Ende. Nächstes Jahr? Worauf ihr einen lassen könnt. Frankreich, wir kommen...

Ihr Fahrzeug oder Ihre Geschichte
Sie haben selbst ein exklusives Fahrzeug, einen Oldtimer oder es verbindet Sie einfach eine packende Geschichte mit Ihrem Fahrzeug? Dann kontaktieren Sie uns, den unser Redakteur & Fotograf kommt Sie sehr gerne für eine der nächsten Geschichten in unserem Blog Garagengold besuchen.

Hinweis: Exklusive Mietfahrzeuge & Motorsport Incentives
Wir bieten Ihnen die Chance Supersportler & Rennfahrzeuge für sich selbst zu entdecken. Erfahren Sie mehr über Ihre Möglichkeiten bei unseren Incentives oder unseren Mietfahrzeugen. Entscheiden Sie selbst was es für Sie werden soll.

Medien

Quelle YouTube

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Ihr Kommentar nach dem senden noch kurz von unserer Online-Redaktion geprüft wird. Wir behalten uns vor, Kommentare mit unvollständigen Angaben oder unangemessenem Inhalt nicht zu veröffentlichen. Die geteilten Kommentare müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen, die inhaltliche Verantwortung trägt ausschließlich der Verfasser des jeweiligen Kommentares.

Portfolio

Need4speed Preisliste & Portfolio


IHR BLOG

Sie haben ein passendes Thema oder Produkt für unseren Blog? Dann klicken Sie bitte >> hier <<.


Newsletter

Wir versorgen Sie monatlich mit allen Neuigkeiten, Events und Aktionen aus der Welt von Need4Speed.



User Login

Facebook